Relaunch bei studienwahl.de

Seit einem Jahr beschäftige ich mich auf Arbeit intensiv mit dem Relaunch von studienwahl.de. Der Verlag für den ich arbeite hat Ende 2017 die Ausschreibung für das Portal der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung gewonnen, seitdem haben wir an dem Internetauftritt geschraubt. Freitag Nachmittag ist das ganze dann online gegangen und ich bin sehr zufrieden. Aber seht selbst: www.studienwahl.de.

Vorher:

Nachher:

(Das grün sieht auf meinem Bildschirm etwas grell aus…)

Mein Anteil daran war vergleichsweise gering. Die meiste Arbeit hatte natürlich das Entwickler-Team in unserem Büro in Berlin. Als Product Owner habe ich den Relaunch aus Redaktionssicht betreut. Ich hab fleißig Tickets geschrieben und Zeug entschieden, am Konzept gefeilt und Designs besprochen, Inhalte eingepflegt und Layouts gerade gezogen. Natürlich war eine wichtige Aufgabe auch mich mit der Chefredaktion, der Geschäftsführung und den Heruasgebern abzustimmen und die Vorgaben umzusetzen.

Jetzt jedenfalls kann sich das Ergebnis echt sehen lassen. Es ist eine unglaubliche Verbesserung zu vorher. Wir haben die Rubriken und Inhalte neu strukturiert, viele Servicefunktionen erweitert und neu eingebaut, die Studiengangsuche optimiert und ganz allgemein das Design modernisiert. Ich bin tatsächlich ziemlich stolz.

Wie gefällts euch? 😀

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2018 // Musik

Wenig habe ich mich im letzten Jahr mit neuer Musik beschäftigt, weswegen eine klassische Best-Of-2018-Liste keinen Sinn macht. Wer ein paar feine Anregungen lesen möchte, schaut mal bei den Kolleg(inn)en von laut.de vorbei.

Bei mir gibt es hingegen nur eine kleine Auswahl an Platten, die ich in diesem Jahr gerne gehört habe. Viel Spass!

Thrice // Palms

Thrice ist meine Lieblingsband. Wenn Thrice ein Album rausbringt ist es gut. Immer. Keine Ahnung wie die das machen aber auch „Palms“ ist toll. Mir gefällt es sogar ein Ticken besser als der direkte Vorgänger, weil sich die Herren wieder mehr trauen. Zum Beispiel ein Harfen-Solo in einem Rock-Song. Geht gut. Geil auch das Intro von „The Dark“ und der Fan-Chor am Ende:

Dicht & Ergreifend // Ghetto Mi Nix O

Hiphop. Aus Niederbayern. Ich versteh zwar immer nur die Hälfte, aber das macht ja nix. Die Mischung aus Bläsern, Beats und Rap funktioniert hervorragend und macht brutal Laune.

Sons of Kemet // Your Queen Is A Reptile

Jetzt wird es ein bisschen gewöhnungsbedürftig, denn die Sons of Kemet machen ziemlich wilden Jazz auf Grundlage von ewig vertrackten Percussion-Rhythmen (zwei Schlagzeuger!). Jeder Song des Albums ist einer schwarzen Frau aus Philosophie, Feminismus und Bürgerrechtsbewegung gewidmet.

The Brilliance // Suite No. 1 – Oh Dreamer

Was ganz anderes: The Brilliance. Im Grunde eine christliche Pop-Band, die aber sehr viele klassische Streicher- und Klavierarrangements einsetzt und diese mit Beats kombiniert. Oft ziemlich düster, aber sehr schwelgerisch, spannend und erhaben.

Fantastic Negrito // Please Don’t Be Dead

Ziemlich stylischer Blues-Rock: Fantastic Negritos Musik klingt wie ein Best Of von Prince, Lenny Kravitz, The Rolling Stones und B.B. King. Vielseitige Stimme, lässige Gitarrenriffs und ehrliche Texte.

Courtney Barnett // Tell Me How You Really Feel

Meine kleine Schwester hat mir die gute Courtney Barnett empfohlen und ich bin ihr sehr dankbar dafür. Zwar mag ich ihr erstes Album noch ein Stückchen mehr, aber auch „Tell Me How You Really Feel“ ist super. Courtney ist vielleicht eine der wenigen Künstler, die heutzutage noch richtigen dreckigen Grunge spielen. Und das macht sie mit einer Lässigkeit und mit einer Ach-was-solls-Attitüde, die zum niederknien ist.

Tash Sultana // Flow State

Noch so ein Tipp meiner Schwester. Und wieder bin ich dankbar. Die meisten kennen Tash Sultana vermutlich von ihren Schlafzimmer-Aufnahme auf YouTube. Ich nicht, ich kenne nur dieses Album. Es ist schwer zu beschreiben, weil Tash ungefähr alles macht. Pop und Soul und Rock und Jazz und Reggae und dies und das, was ihr halt so in die Finger kommt. Aber vor allem spielt sie Gitarren-Soli, die sich gewaschen haben. So eine Effekt-Orgie, es ist eine große Freude. Das ist schon ziemlich großartig und vielleicht sogar mein Lieblingsalbum 2018.

Calexico // The Thread That Keeps Us

Die Wüsten-Rock-Band gibt es jetzt auch schon seit einer Ewigkeit, aber so richtig habe ich mich erst in diesem Jahr reingehört. Und eigentlich ist es bloßer Zufall, dass sie ausgerechnet in dem Jahr dann auch noch eine Platte veröffentlichen. Keine Ahnung, wie „The Thread That Keeps Us“ in den Katalog einzuordnen ist, mir jedenfalls hat es gut gefallen. Wem die ganz alten Country-Jazz_Mariachi-Latin-Rock-Sachen besser gefallen: Dieses Jahr ist auch die 20-Jahre-Special-Edition von „The Black Light“ erschienen.

Kings Kaleidoscope // The Beauty Between

Ja, hier schummel ich ein wenig. Das Album „The Beauty Between“ ist eigentlich schon 2017 erschienen, aber an mir vorbeigerutscht. Ich hab es erst vor kurzem entdeckt und bin so begeistert, dass ich es noch hier mit aufnehme. Kings Kaleidoscope waren schon immer sehr experimentierfreudig – vor allem für eine christliche Worship Band. Ein bisschen Pop, ein bisschen Rock und das alles mit einem großen Aufgebot an Instrumenten. Das klang dann aber oft auch etwas überladen, unausgereift, anstrengend. „The Beauty Between“ ist noch experimenteller (unter anderem kommt noch Hiphop dazu), aber erstaunlicherweise wesentlich kompakter. Kings Kaleidoscope scheinen sich gefunden zu haben und das klingt dann einfach nur großartig.

2018 // Spiele

Schon ein bisschen spät für Jahreslisten, ich weiß schon. Aber mei. Ich war im Urlaub und ca. tausend mal erkältet, das hat sich alles nach hinten geschoben und sowieso und überhaupt mag ich die Jahreslisten. So.

Also eine Menge Games habe ich dieses Jahr gezockt oder zumindest angespielt. Wir wollen deswegen auch gar keine Zeit verlieren, sondern gleich loslegen:

  • Tyranny: Tolles Spiel und interessante Spielerfahrung. Man nennt sowas schrecklicherweise Oldschool-Rollenspiel, was furchtbar altbacken und langweilig klingt. In Wirklichkeit ist es ein reines Rollen-Spiel, dass sehr von der ungewöhnlichen Story lebt. Wer mag, kann hier endlich mal mit gutem Gewissen der Böse sein. Dazu gab es sogar einen der raren Blogbeiträge des Jahres!
  • Child of Light: Wikipedia sagt, es handle sich hier um ein platforming role-playing game – das finde ich ganz treffend gesagt, wobei das platforming eher platt ist. Weil: Wird der Sinn eines Platformers nicht irgendwie unterhöhlt, wenn man andauernd fliegen kann? Egal. Jedenfalls sieht es ganz wunderbar und bezaubernd aus, nämlich wie ein Aquarellgemälde. Die Gamestar findet deswegen auch, dass es zu den besten Spielen aller Zeiten gehört, aber ich weiß nicht. Dazu sind mir die Kämpfe auf die Dauer viel zu eintönig.
  • Shadow Tactics: Blades of Shogun: Schon ein kleines Wunder, dass die Entwickler das angestaubte Genre der Echtzeit-Strategie so frisch und unterhaltsam präsentieren. Vielleicht liegt es am Setting (das alte Japan) oder an der bildhübschen Grafik? Keine Ahnung, als alter Commandos-Zocker habe ich mich sehr über das Spiel gefreut.
  • Deponia (alle vier Teile): Mein erstes Adventure. Ja. Naja, also ohne Komplettlösung hätte ich nicht viel gerissen, bin wohl nicht so der Adventuretyp. Aber mit Komplettlösung hatte ich aber durchaus meine Freude an Rufus und seinen chaotischen Abenteuern: „Dieser Türsteher spricht nur eine Sprache: Irisch.“ Köstlich.
  • Machinarium: Irgendwie hatte ich dann eine Adventuresphase. Auch Machinarium war schön zu spielen – allerdings wieder nur mit Komplettlösung. Deswegen habe ich es dann mit diesen Point-and-Klick-Sachen gelassen. Ist ja auch irgendwie peinlich, dauernd nicht zu kapieren, wie es weitergeht.
  • Morrowind: Vermutlich habe ich danach einfach wieder was simples gebraucht. So habe ich ohne Mist diesen alten Schinken tatsächlich mal wieder ausgepackt: unspielbar ohne Mods, die Grafik ist echt nicht gut gealtert. Aber mit Mods! Hach, ein Fest. Ich hab mich natürlich wieder total drin verloren.
  • Divinity: Original Sin 2: Das Rollenspiel (wieso sagt man dazu eigentlich auch Oldschool?) ist so wunderbar, wie der erste Teil – aber auch genauso schwer, weswegen ich es eine ganze Weile schon nicht mehr angepackt habe. Es ist echt ein wenig anstrengend. Aber dennoch: Tolle Geschichte, spannend erzählt, durchaus lustig, vielseitige Charakterentwicklung, harte Kämpfe, super Effekte und tausend Möglichkeiten.
  • Mass Effect: Andromeda: Ach Mann. Das hat mich ja echt geärgert. So eine tolle Reihe. So ein durchwachsener vierter Teil. Mehr dazu in meinem Blogbeitrag.
  • Batman: Arkham Origins: Den ersten Teil habe ich gerne durchgespielt und war am Anfang auch ganz angetan von den wilden Kloppereien und dem düsteren Batman-Setting. Aber als ich dann ums verrecken einen der ersten Bosse nicht besiegen konnte, flog das Spiel wieder von der Festplatte. Meine Frusttoleranz scheint etwas niedrig gewesen zu sein in diesem Jahr, oder?
  • Middle-earth: Shadow of Mordor: Fand ich ebenfalls ganz toll am Anfang. Hat Spass gemacht, sich durch Orks zu schnetzeln. Wurde aber irgendwann doch etwas eintönig auf die Dauer. Mordor ist halt landschaftlich auch nicht abwechslungsreich. Argh und jedesmal, wenn ich kurz vor dem Sterben war, kamen von überall die großen fiesen Bosse gekrochen, um mich eh schon fertigen Kerl so richtig fertig zu machen. Was für eine schwachsinnige Spielmechanik. Weg damit.
  • Assassin’s Creed 3: Naja, dann hatte ich irgendwie Lust auf Open World und das Spiel lag noch so rum und dann hab ich es ausprobiert und eine Stunde später wieder gelöscht. Meine Herren, was für eine lahme erste Stunde. Es passiert ja original nichts. Wird das noch spannender?
  • Assassin’s Creed: Black Flag: So geht es nämlich tausend mal besser! Toller Anfang, hat mich gleich reingezogen und seitdem mach ich die Karibik unsicher. Das erste Assassin’s Creed, das ich länger als drei Stunden durchhalte. Mal sehen, wie lange das noch geht.
  • Torment: Tides of Numenera: Und schon wieder so ein Rollenspiel. Viele würden wohl hier auch wieder „Oldschool!“ brüllen, ich sag: Es ist vor allem sperrig. Es gibt sich schon große Mühe anders und verwirrend zu sein. Das ist auf die Dauer etwas anstrengend. Dennoch: Toll, wie Torment mit wenigen Bildschirmen und wahnsinnig viel Text eine so stimmige wie abgefahrene Welt erschafft.

Was ist denn mit dem los?

Puh, mein letzer Beitrag ist vom April, das ist wirklich ganz schön lange her. Was ist da nur los?

Zum einen ist mein Jahr ziemlich intensiv gestartet und wir waren unter anderem mit dem Umzug beschäftigt. Zum anderen war beruflich und privat viel los – ein paar tolle Erlebnisse (Studio-Aufnahmen mit der Band zum Beispiel), einige weniger tolle Erlebnisse. Letztendlich bleibt dann wenig Zeit, sich am Abend kreativ zu verausgaben. Vor allem, wenn man im Beruf auch schon kreativ ist.

An all diesen Dingen wird sich in absehbarer Zeit nicht viel ändern, aber ich möchte trotzdem versuchen, in den nächsten Jahren weiterhin Blogbeiträge zu liefern. Der Fokus wird vermutlich auch weiterhin auf PC-Spielen liegen. Auch das Thema „Ethik und Moral“ wird mich weiterhin beschäftigen, aber ich merke, dass ich an einem Punkt angelangt bin, wo ich nicht mehr viel Neues in den Spielen erlebe, was erwähnenswert wäre. Natürlich gibt es noch einige interessante Spiele, die dürften aber zumindest ähnlich mit Moral und Ethik umgehen, wie in den bereits besprochenen Spielen.

Ich habe mir aber zwei neue „Kategorien“ ausgedacht auf die ich mich schon sehr freue:

  • Lieblingslevel: Hier möchte ich mich auf besonders tolle Levels, Missionen oder Quests konzentrieren.
  • Das Schlimmste an … : Die meisten Spiele (auch die hervorragenden) haben irgendetwas, das ganz besonders nervig oder schlimm ist. Davon möchte ich hier schreiben.

Wie immer gilt: Wenn ihr Ideen habt, über die ich schreiben sollte, ob Kleinod, Lieblingslevel oder Moral in Spielen, dann schreibt mir einfach. In den Kommentaren oder per Mail.

Ethik und Moral in Computerspielen // Fallout: New Vegas

Screenshot aus Fallout: New Vegas

Fallout: New Vegas (Obsidian Entertainment, 2010)

Einen Blogbeitrag zu Ethik und Moral in Fallout 3 (F3) habe ich bereits geschrieben. Warum also noch einen zu Fallout: New Vegas (F:NV)? Nun, F:NV ähnelt F3 in der Tat in vielen Punkten, z.B. Grafik, Interface, Charakerentwicklung usw. Aber es macht auch einiges anders. F:NV ist hier etwas radikaler, dort etwas nachlässiger. Aber ganz entscheidend: Die Weltsicht ist eine komplett andere.

In F3 geht es – extrem runtergebrochen – um die persönliche Entwicklung der Spielfigur. Über dieser Entwicklung steht der Vater des Protagonisten, der sich die Rettung des Ödlandes auf die Fahnen geschrieben hat. Der Spieler handelt also meist unter dem großen Thema: „Wer bin ich und wer will ich sein?“ Die meisten Entscheidungen ordnen sich dieser Frage unter. Das Spiel ist um die Spielfigur herum entwickelt, das Geschehen orientiert sich an ihr, es dreht sich alles um sie. Will der Spieler gut sein, wird er versuchen immer und überall gute und ehrenhafte Taten zu vollbringen. Das spannende ist eben dann, wenn diese guten Taten schlechte Konsequenzen haben. In diesem Spannungsfeld arbeitet F3. Entsprechend wichtig ist das Karma-System, dass viele Handlungen in Gut und Böse einteilt.

Das Karma-System gibt es auch in F:NV, aber es ist so gut wie egal. Wichtiger sind hier die Fraktionen und das große Ganze. Die große Frage lautet hier: „In welcher Gesellschaft und in welchem gesellschaftlichen System möchte ich leben?“ Es ist relativ schnell klar, worauf das Spiel hinauslaufen wird: Wer soll New Vegas beherrschen. F:NV fährt dabei zahlreiche Gruppierungen der verkorksten Fallout-Welt auf, die sich alle um den Hoover Dam streiten. Es ist die entscheidende Aufgabe des Spielers, sich eine dieser Gruppierungen auszusuchen und mitzumischen. Das sind auf der einen Seite Caesars Legion, eine Truppe, die Ordnung und Regeln verspricht, ihre Gesellschaft aber auf den Rücken von Sklaven aufbaut. Unterdrückung von Minderheiten ist klar eine der Hauptsäulen dieser Bande. Auf der anderen Seite steht die New California Republic, eine Vereinigung, die an das „alte“ Amerika erinnert und Werte, wie Freiheit und Zivilisation hochhält. Allerdings krankt sie an Bürokratie und einer zu großen Ausbreitung, um die Bewohner des Ödlandes wirklich zu schützen. Dann spielt noch Mr. House eine wichtige Rolle, er beherrscht New Vegas, gibt aber in seiner technokratischen Weltsicht einen feuchten Kerricht auf menschliches Leben. Außerdem kann der Spieler alles selbst in die Hand nehmen und etwas eigenes aufbauen.

Alle diese Fraktionen haben im Grunde ein ähnliches Ziel: Eine funktionierende Gesellschaft aufbauen, dabei treten sie aber unweigerlich ethische Werte mit Füßen. Wirklich gut ist hier niemand. Der Spieler wird sich für eine Seite entscheiden und damit bestimmte Werte verraten. Er kennt aber die Konsequenzen seiner Entscheidung nicht, sondern trifft diese aufgrund seiner eigenen Moral oder Logik.

Miguel Sicart arbeitet in seinem Buch Beyond Choices zwei Dingeheraus, die F:NV besonders machen.

  1. Nicht jede Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen, nicht jede Konsequenz tritt aber sofort ein. Der Spieler hat einfach keine Ahnung, wie sich sein Handeln auswirkt – und wann es sich auswirkt. Solche uninformierten Entscheidungen kennen wir auch schon aus anderen Spielen, etwa The Banner Saga.
  2. Alle Handlungen sind in die Geschichte rund um New Vegas eingebettet. Die Spielwelt ist aber nicht um das Handeln des Spielers herum aufgebaut (also anders als in F3). Vielmehr ist der Spieler ein Teil davon, fast schon wie ein gewöhnlicher NPC. F:NV gibt einem nie das Gefühl, die wichtigste Person des Spiels zu sein. Oder wie Miguel Sicart schreibt:

„Unlike many other computer games, Fallout: New Vegas does not necessarily make players feel as though they are part of the wheel of history. It allows them to be just a tiny element in a larger narrative on which they have some influence, but they are never totally aware of the results of their interventions.“

Ich persönlich mag Fallout: New Vegas mehr als Fallout 3, weil es ein bisschen verrückter ist, weil es etwas radikaler ist und weil es mich als Spieler nicht ganz so ernst nimmt.

In meiner Masterarbeit habe ich mich mit der Darstellung von Ethik und Moral in Computerspielen beschäftigt. Nicht jedes Computerspiel ist in der Lage, den Spieler zu einer ethischen Reflexion seines Handelns zu bringen. Einige schon. In dieser Reihe beschreibe und untersuche ich Spiele, die versuchen, Ethik und Moral ins Spiel integrieren.

2017 // Spiele

Screenshot von gog-Galaxy.

Was sich so alles in einer Spiele-Bibliothek tummelt… Wird das jemals gespielt?

Was habe ich 2017 so alles gezockt? Hauptsächlich alten Kram erscheint mir. Aber natürlich lauter gute Sachen dabei. Teilweise gibt es auch Blogbeiträge dazu.

  • Skyrim: Nicht gedacht, dass ich das tatsächlich nochmal rauskrame, aber tatsächlich habe ich Skyrim mal wieder durchgespielt. Es hat nichts von seiner Faszination verloren.
  • Fallout: New Vegas: Auch diesen Brocken habe ich schon das zweite Mal durch. Ich finde es tatsächlich besser (weil durchgedrehter) als Fallout 3. Ein Blogbeitrag dazu folgt – hoffentlich.
  • Darkest Dungeon: Hat mich am Anfang total fasziniert, weil es so erbarmungslos ist. Aber irgendwann nervt das ewig gleiche Spielprinzip doch. Und wenn man eine nach Stunden hochgezüchtete Spielfigur in einem dämlichen Sumpf verliert, verliert man jegliche Lust weiterzumachen.
  • Her Story: Schönes Kleinod, spannede Geschichte und interessantes Gameplay.
  • BattleBlock Theater: Herrlichstes Jump&Run ever (!!!11elf). Also ich weiß echt nicht, wann ich mich das letzte Mal bei einem Spiel so weggeschmissen habe. Unbedingt im Koop spielen.
  • Mass Effect 2 & 3: Ja, uff, auch diesen Brocken habe ich mal wieder gezockt. Ich bin großer Fan der Trilogie. Es gibt einen vierten Teil? Mh, noch nie gehört.
  • The Banner Saga 2: So gut wie der erste Teil. Muss man nicht mehr sagen.
  • Steam World Heist: Auf dem Tablet gezockt. Nett für zwischendurch – Steamworld Dig macht aber mehr Spaß.
  • Baldurs Gate 2: Zum wievielten Mal habe ich das jetzt angefangen? Keine Ahnung. Werde ich es diesmal beenden? Keine Ahnung.
  • Never Alone: Total putziges Jump & Run. Und man lernt was über Inuits! Wirklich schön gemacht – eigentlich einen Kleinod-Beitrag wert, oder?
  • Portal: Auch endlich mal geschafft. Hat sich definitiv gelohnt.
  • Half Life 2: Ja äh, Half Life 2 ist so wie Nirvanas „Nevermind“. Muss man halt mal angehört/gespielt haben, gell? Ein zweites Mal brauch ich das jetzt aber nicht.
  • Tyranny: Angefangen, noch nicht fertig. Ein Blogbeitrag wird definitiv folgen.

2017 // Musik

Cover der Bands SHalosh, Enter Shikari, Manchester Orchestra, Quicksand, Brand New und Kellermensch.

Musik aus dem Jahr 2017. Die besten Alben? Wer weiß…

Ich gebe zu: Dieses Jahr ist musikmäßig irgendwie stark an mir vorbeigegangen. Für laut.de hab ich gerade mal eine handvoll Kritiken geschrieben und deswegen nicht so viel mitbekommen, wie das sonst der Fall ist. Dennoch: Ich habe mir sechs Platten rausgesucht, die ich in diesem Jahr sehr gerne gehört habe. Teilweise gibt es dazu auch Kritiken von mir. Here you go:

  1. Brand New // Science Fiction: Brand New gehören zu meinen Lieblingsbands und Science Fiction ist vermutlich das zweitbeste Album der Truppe (Nichts schlägt „The Devil And God Are Raging Inside Me“). Eine Platte für Musikentdecker. Vielseitiger und kreativer Postcore-Grunge-Rock.
  2. Manchester Orchestra // A Black Mile To The Surface: Meine Frau und ich haben Manchester Orchestra im November in Hamburg gesehen und es war vermutlich eines der besten Konzerte bisher. So eine Intensität findet man nicht oft. Das neue Album der Band ist super, poppiger als der Vorgänger, ruhiger auch, und voller großartiger Melodien.
  3. Shalosh // Rules Of Oppression: Die isrealische Jazzband habe ich mal in Bayreuth gesehen. Dieses Jahr waren sie wieder da – und ich habs verpasst. Aber meine liebe Frau war dort und hat mir das neue Album mitgebracht. Fantastische Scheibe, genauso locker flockig, verspielt und kreativ wie der Vorgänger.
  4. Enter Shikari // The Spark: Dass Enter Shikari auf dieser Liste stehen überrascht mich immer noch. Ich mag diese Band sehr, aber bisher waren andere Alben einfach besser. Ob es jetzt daran liegt, dass ich 2017 wenig neue Musik gehört habe oder nicht: „The Spark“ macht mächtig Spaß. Enter Shikari verzichten weitgehend auf ihren Trance-Core und schielen in Richtung Electro-Indie-Pop, was saumäßig gut klappt – und politisch sind sie halt immer noch. Gute Jungs.
  5. Quicksand // Interiors: Die Platte war eigentlich schon gesetzt, als ich sie noch gar nicht gehört hatte. Wenn Walter Scrheifels Musik macht, ist sie immer gut. Quicksands Album „Slip“ von 1993 hat den Postcore maßgeblich geprägt. Seitdem ist aber nicht mehr viel passiert. „Interiors“ ist also das Comeback-Album der alten Herren, etwas ruhiger und gesetzter als vor über 20 Jahren aber immer noch mit mächtig Druck in den Riffs. Man muss sich nur den Opener anhören und weiß: Die haben nix verlernt.
  6. Kellermensch // Goliath: Die kleinen Dänen sind nach einigen Jahren aus der Versenkung zurückgekehrt und legen sich mit ihren eigenen Goliaths an. Klappt gut, den Metal haben sie rausgeworfen und dafür die Tanzschuhe angezogen. Das steht ihnen ausgezeichnet, schön düster sind sie ja immer noch.

Presseschau // Wolfenstein 2

Screenshot aus Wolfenstein 2.Ein PC-Spiel sorgt für Schlagzeilen!  Nicht, weil es so gewalttätig ist. Nicht, weil die Entwickler fragwürdige Mikrotransaktionen eingebaut haben. Auch nicht, weil es Nazi Symbolik verwendet. Sondern vor allem, weil es eben genau das Gegenteil macht: Es blendet den Nationalsozialismus im Prinzip aus. Zumindest in der deutschen Version.

Ich finde es großartig, dass darüber diskutiert und geschrieben wird – nicht nur in unserer Gamer-Blase. Das mag jetzt etwas hochgegriffen sein, aber es sind solche Diskussionen und Beiträge, die das Medium Computerspiel immer mehr aus der Nerdecke herausheben. Und wer weiß, vielleicht sind wir irgendwann wirklich soweit, Computerspiele als Kunstform anzusehen.

Jedenfalls folgt hier eine kleine Presseschau zu einigen Artikeln, die ich zum Thema Wolfenstein gefunden habe. Das sind absichtlich keine Tests dabei. Wer ähnliche interessante Beiträge findet, darf sie mir gerne per Mail schicken, ich füge sie dann noch nachträglich ein.

  1. Mit brutaler Feuerkraft gegen trägen Opportunismus“ (sueddeutsche.de)
    „Darf ein Shooter politisch sein?“ fragt die Süddeutsche Zeitung und vergleicht die Rezeption des Spiels in Amerika und Deutschland. Außerdem geht der Artikel auf den seltsamen Umstand ein, dass die Gegner in Wolfenstein 2 entmenschlicht werden – genau das was die Nazis im Dritten Reich mit ihren Feinen getan haben.
  2. Heil Heiler!“ (taz.de)
    Die taz beschreibt, wie das Spiel sowohl eindeutige Nazi-Symbole, als auch jegliche Hinweise auf den Holocaust aus der deutschen Version gestrichen hat. Der Hintergrund dürfte wohl die „Angst“ vor der Bundesprüfstelle gewesen sein. „Hitler hätte natürlich drinbleiben können“, sagt die im Text. Die taz kritisert den fehlenden Mut des Publishers und lässt auch jüdische Spieleentwickler zu Wort kommen.
  3. Warum Spielehersteller auf Nazi-Symbole verzichten“ (spiegel.de)
    Der Spiegel erklärt die Hintergründe für die fehlenden Nazi-Symbole und die Hinweise auf den deutschen Nationalsozialismus, nämlich Paragraf 86 StGB. Hier kommt ein Medienanwalt zu Wort, der seine Einschätzung abgibt, ob das Spiel in Deutschland mit Hakenkreuzen verboten worden wäre. Es gibt anscheinend keinen bedeutenden Präzedenzfall. „[G]enau das sollte nicht Grund für eine im Fall von „Wolfenstein II“ befremdlich wirkende Selbstzensur sein, sondern Anlass zum Handeln“, findet der Spiegel.
  4. Nazis trinken Erdbeermilch“ (zeit.de)
    Der Text in der Zeit erinnert noch am ehesten an einen Test. Aber auch hier geht es um die Hakenkreuz-Problematik, den deutschen Kunstbegriff und ob Spiele politisch sein können/dürfen/müssen. Hier kommt unter anderem der Deutsche Kulturrat und der Branchenverband BIU zu Wort.
  5. NS-Zeit wird verschwiegen – das schadet dem Spiel und der Gesellschaft“ (spieletipps.de)
    Die Spieletipps sprechen mit der USK. Die stellt einige Vermutungen an. Es ist ja tatsächlich seltsam, dass nicht nur Hakenkreuze entfernt wurden, sondern im Prinzip jeder eindeutige Hinweise auf die NS-Zeit. Angefangen bei Hilters Bärtchen bis hin zur Shoa. Die USK vermutet etwa, es kann auch mit der Spieleplattform Steam zusammenhängen. Hätten die sich entschieden, das Spiel nicht zu listen, wäre das ein wirtschaftlicher Totalschaden. Die Spieletipps lassen außerdem auch jüdische Spiele-Designer zu Wort kommen und schließen mit einem Statement der Wolfenstein-Entwickler, das einen etwas ratlos zurücklässt.
  6. Wie das Spiel Wolfenstein 2 die deutsche Geschichte entsorgt“ (br.de)
    Beim Bayerischen Rundfunk wurde zum Thema ein Kommentar veröffentlicht: „Ausgerechnet in der deutschen Version entsorgt Wolfenstein 2 die Verbrechen der Nationalsozialisten aufs Akkurateste und marginalisiert alles Jüdische.“ Damit sei das Spiel ein „Fest für Revisionisten“. Der Kommentar greift das oben genannte Statement auf und findet es ziemlich seltsam. „[E]in antifaschistisches Spiel, das hierzulande aber nicht richtig antifaschistisch sein darf.“

Thema des Monats // Leben und Wohnen

Screenshot von studienwahl.deStudieren – wir wissen es alle – kostet Geld. Dabei das Studieren an sich ist noch der geringste Faktor, den Studierende beachten müssen. Das meiste geht laut 21. Sozialerhebung des Deutschen Studenwerks für die Miete drauf. Dann kommen noch Ernährung, Mobilität, Kommunikation und all solche Sachen. Eine Menge Holz, isngesamt über 800 Euro, die Studierende im Monat verpulvern. Klar, überall kann man sparen: Wer in eine WG oder ein Studentenwohnheim zieht lebt am günstigsten, Mensaessen ist auch hilfreich und so weiter. Viele hilfreiche Tipps dazu und jede Menge Hintergrundinfos, zum Beispiel zum barrierefreien Wohnen, gibt es im aktuellen Thema des Monats bei studienwahl.de. Die Texte sind wie immer von mir geplant, gebrieft, redigiert und online gestellt. Hier gehts zum Text.

Thema des Monats // Fremdsprachen

Screenshot vom Thema des Monats auf studienwahl.de.Achtung Binsenweisheit! Fremdsprachen sind wichtig, vor allem in Zeiten der Globalisie… schnarch. Jaja, schon klar, es weiß eigentlich jeder: English ist very important, and if you speak french or weiß the Kuckuck what, you have a Stein im Brett aller Personalchefs. Es gibt aber halt auch Jobs, wo Fremdsprachen nicht nur sehr wichtig, sondern essentiell sind. Also wenn man zum Beispiel Dolmetscherin wird, ist es mehr als hilfreich, die Sprache auch zu verstehen und zu sprechen. Oder nehmen wir an, man hat Kontakt mit Geschäftspartnern in Japan. Klar können die Englisch, aber die freuen sich bestimmt tierisch, wenn man in ihrer Landessprache kommunizieren kann. Und noch mehr, wenn man deren kulturelle Eigenheiten versteht. Um solche Themen und die passenden Studiengänge und Ausbildungswege geht es im aktuellen Thema des Monats bei studienwahl.de: Was kann ich studieren bzw. welche Ausbildung kann ich belegen, wenn ich viel mit Fremdsprachen zu tun haben möchte. Die Texte sind wie immer von mir geplant, gebrieft, redigiert und online gestellt. Hier gehts zum Text.